The Crow: Ultimate Edition

Cover: The Crow – Ultimate Edition
(Bild: danibooks.de)

Zugegeben – der Comic „The Crow“ sagte mir nicht viel. Mir war wohl bewusst, dass es einen Film in den 90ern gab und dass der Hauptdarsteller Brandon Lee (Sohn von Bruce Lee) am Set tragischerweise ums Leben kam, aber das war es dann auch. Das The Crow als Comic, geschrieben und gezeichnet von James O’Barr, an mir vorbei ging, ist im Nachhinein betrachtet als großer Fehler zu bezeichnen. Warum, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Die Handlung von The Crow ist eigentlich schnell erzählt. Von den Toten wieder auferstanden, vollzieht Eric (ähnlich geschminkt wie ein Mitglied von KISS) einen Rachefeldzug, um den Mord an sich und seiner geliebten Verlobten Shelly zu rächen. Und dann ist da noch die immer wieder auftauchende Krähe, die für die Wiederauferstehung von Eric verantwortlich ist…
Klingt gut, aber das, was diesen Comic wirklich besonders macht, ist das große ganze drum herum.

Tragischer Hintergrund

Da wäre zum einen der Hintergrund der Geschichte. James O’Barr verarbeitet hier seine eigene Tragödie. Er verlor seine damalige Freundin bei einem Autounfall — ein Schicksal, was ihn verständlicherweise ziemlich aus der Bahn warf. Und diesen Schmerz fühlt man im gesamten Werk auf jeder Seite, sei es in den Texten oder in den düsteren, detailreichen Zeichnungen.

Überhaupt die Zeichnungen. Der Stil in The Crow wechselt oft hin und her. Von knallharten schwarz/weißen (Underground-)Zeichnungen hin zu graustufigen Schraffierungen mit Weichzeichner ist alles dabei. Hinzu kommen dazwischen kurze Prosatexte oder Gedichte, die einiges über Erics Gefühlszustand aussagen.

Düster, hart und irgendwie faszinierend: Die Zeichnungen von The Crow
(Bild: danibooks.de)

In dieser Neuauflage findet man The Crow nun das erste Mal so vor, wie James O’Barr es beabsichtigt hat. Mussten zum Beispiel in früheren Veröffentlichungen aus produktionstechnischen Gründen Seiten entfernt werden, erhält man hier altbekanntes und 30 noch nie gezeigte Seiten, die für diese Ausgabe von O’Barr aufwendig in der Originaltechnik restauriert wurden. Wie er selbst im Vorwort darauf hinweist, ist dieser Comic komplett von Hand, ohne jegliche Computerhilfe, gezeichnet. Die Übersetzung von Jano Rohleder ist komplett neu und in Zusammenarbeit mit O’Barr entstanden, um sie so originalgetreu wie möglich zu halten.

Bekommen kann man The Crow in drei Versionen. Als Standard-Version, als limitierte Variantcover-Ausgabe mit signiertem Druck von James O’Barr und als Kunstleder-Ausgabe, sogar mit zwei signierten Drucken von O’Barr und Stephen Mooney (Coverzeichner). Aber egal für welche Ausgabe man sich entscheidet, die ultimative Edition von The Crow ist in allen dreien enthalten.

Fazit

Nach langer Zeit hatte ich mal wieder einen Comic in Händen, der mich auch nach dem Zuklappen nicht losließ und sogar bis in meine Träume verfolgte. Brutaler Rachetrip und große emotionale Liebesgeschichte in einem, regt er zum Nachdenken an und hallt noch lange nach. Kein Gute Laune-Comic, aber einer, den man sich immer wieder zur Hand nehmen kann. Schwere Kost und doch so unfassbar gut! Danke für diese Veröffentlichung!
Nun brauche ich aber erstmal ein LTB 😉

Ich danke Jano Rohleder von dani books für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

2 thoughts on “The Crow: Ultimate Edition

  1. Ich weiß nicht, ob mich eine Rezension schonmal dazu gebracht hat, dass ich einen Comic lesen will.
    Aber diese hier hat es geschafft!!
    Super geschrieben! 🙂

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