The Boys: Gnadenlos-Edition Band 4

The Boys: Gnadenlos-Edition — Cover von Band 4
(Bild: nerdisch-by-nature.de / Panini Verlag)

Nach dem vor allem optisch sehr … interessanten 😉 letzten Band der Gnadenlos-Edition schlägt Band 4 nun etwas ruhigere Töne an (für The Boys Verhältnisse) und widmet sich hauptsächlich der Beziehung von Hughie und Annie bzw. Starlight. Keiner weiß vom anderen über die jeweilige Geheimidentität — dass dies nicht so bleiben wird, war absehbar. Es ist Butcher, der zuerst dahinter kommt und in Hughie deswegen zuerst einen Spitzel von Vought American vermutet. Er setzt ihn bei einem Routine-Auftrag auf eine Gruppe körperlich und geistig benachteiligter Superhelden an, dessen neuer Anführer Malchemical ein absolutes, menschenverachtendes Arschloch ist. Doch für Hughie soll dieser Einsatz brenzliger werden als gedacht…

Hughie + Starlight = Liebe?!

Butchers Verdacht gegen Hughie wird ausgeräumt und es kommt, wie es kommen muss. Kurz nachdem er und Annie sich ihre Liebe gestehen, beichtet sie ihm, dass sie Starlight ist … und zu allem Ãœberfluss erfährt Hughie durch Butcher auch noch, dass Annie ihren männlichen Kollegen Homelander, A-Train und The Deep „einen mündlichen Gefallen“ tun musste, um ins Team der Seven aufgenommen zu werden.

Für Hughie bricht eine Welt zusammen. Er trennt sich von Annie und geht auf Abstand zu ihr und auch zu den Boys, um in seiner alten Heimat Schottland gedanklich klarzukommen. Wir lernen hier sowohl seine Eltern als auch seine Freunde (der eine trägt dauerhaft eine Gasmaske, da er abscheulich riecht und der andere hat sich als Transgender geoutet) kennen und erfahren vieles über Hughies Vergangenheit. Unter anderem waren er und seine Kumpels — ganz Drei-Fragezeichen-like — als Juniordetektive tätig und hatten sogar irgendwie Erfolg. Als dann aber Annie vor der Tür steht, dreht sich seine Welt erneut…

Annie beichtet ihrem Hughie, dass sie Starlight ist
(Bild: nerdisch-by-nature.de / Panini Verlag)

Inhaltlich und visuell top!

Ich hatte ja vom visuellen Overkill des dritten Bandes der The Boys: Gnadenlos-Edition eine immense Reizüberflutung. Das war krasses Superhelden-Kino voller Blut, Gewalt und Sex mit weniger Handlung als gewohnt. Das ist in diesem Band anders. Natürlich gibt es das alles auch wieder, aber in einem kleineren Rahmen. Der Band besticht durch viele ruhige, intelligente Momente und gerade die sind es, natürlich in Kombination mit dem typischen Humor, Gewalt und nackter Haut, die The Boys zu einem herausragenden Comic machen. Wenn Hughie von Annies Geheimidentität und ihren Taten erfährt, dann lässt das den Leser nicht kalt. Seine Reaktionen, die Flucht nach Schottland, das Hinterfragen seiner Situation … Garth Ennis fährt hier ganz groß auf. Und auch Darick Robertson als Hauptzeichner ist stark wie nie.

Den größten Ekelfaktor in Band 4 der The Boys: Gnadenlos-Edition hatte hingegen ganz klar die Erinnerung Hughies an den Bandwurm seiner Tante … das bekommt man so schnell nicht aus dem Kopf 😀 Von Homelander und den anderen Supies der Seven erfährt man im Ãœbrigen auch so einiges. Dass Queen Maeve beispielsweise von den Boys weiß und für sie sogar die Ãœberwachungskameras im Seven-Hauptquartier installiert hat (aufgrund schlüpfriger Fotos von ihr und Homelander …), ist eine mehr als unerwartete Wendung. Das lässt auf jeden Fall noch viel Spielraum für die letzten beiden Bände.

Fazit

Weiterhin ist die The Boys: Gnadenlos-Edition für mich die größte Comic-Neuentdeckung seit langem. Band vier legt wieder nach dem kleinen Durchhänger des letzten Bandes zu. Nun liegen noch zwei Bände vor mir. Ich bin sehr gespannt!

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