Sebastian Fitzek – Der Heimweg

Tolles, aufwändiges Cover: Sebastian Fitzek – Der Heimweg
(Bild: nerdisch-by-nature.de / Droemer-Knaur)

Der ehemalige Mitarbeiter der Feuerwehr-Notrufzentrale Jules Tannberg sitzt an einem Samstag Abend in seiner Wohnung am Begleittelefon, einem ehrenamtlichen Service für Frauen, die auf ihrem Weg nach Hause Angstzustände bekommen und einen telefonischen Begleiter zur Unterstützung benötigen. Während seine kleine Tochter nebenan in ihrem Bett schläft, telefoniert Jules mit Klara Vernet, einer Mittdreißigerin, die sich von einem Mann verfolgt wähnt, der sie vor kurzem schon einmal überfallen hat. Damals malte er mit ihrem Blut ein Datum auf eine Wand – ihr Todesdatum, wenn Klara bis dahin nicht ihren sie sadistisch behandelnden Ehemann tötet. Und dieses Datum naht in zwei Stunden!

Jules versucht verzweifelt, Klara zu beschützen. Er bittet sogar seinen Vater, einen ehemaligen Versicherungsdetektiv, mit dem er kaum noch Kontakt hat, um Hilfe. Doch Klara hat ihre ganz eigenen Pläne, die dann aber zu fortschreitender Stunde außer Kontrolle geraten. Und dann muss Jules feststellen, dass er scheinbar nicht allein in seiner Wohnung ist…

Beklemmender Psychothriller

Ich habe schon diverse Romane von Sebastian Fitzek gelesen. Von der Grundstruktur seiner Bücher ändert sich auch hier nicht viel, meist sind die Romane ähnlich aufgebaut. Es gibt klare Hauptprotagonisten, mehr oder weniger skurille Nebenfiguren, kurze Kapitel mit Cliffhangern und ein schwer vorhersehbares Ende. Ich bin ein Fan dieser Art des Romanaufbaus und auch den Schreibstil von Fitzek mag ich einfach. Besonders die immer wechselnden Perspektiven der Charaktere finde ich gut, man bekommt so tiefere Einblicke in das Seelenleben. Und mir gefallen die falschen Fährten und Wirrungen, die dann am Ende etwas völlig anderes sind, als man zuerst meint.

Das Buch ist über die volle Seitenzahl spannend und hat wenig Leerlauf. Die grausame Brutalität, die hier zutage kommt, ist für den ein oder anderen Leser sicherlich too much – für mich passt es hingegen gut zur Prämisse des Buches. Ich gehe davon aus, dass zumindest Teile der Geschehnisse der Handlung so auch im realen Leben vorkommen können, was an sich schon verdammt krank ist! Überhaupt frage ich mich manchmal, was in Herrn Fitzek vorgeht. Wie kann ein Mensch, der so sympathisch rüber kommt, immer und immer wieder solchen Psychohorror schreiben? Herr Fitzek, gern dürften Sie mich, wenn Sie mal wieder in Ihrer Lieblingsdruckerei sind, bei einem Kaffee oder Bier darüber aufklären, woher Sie Ihre Inspiration nehmen 😉

Überhaupt, Druckerei – das Buch aus dem Droemer-Knaur Verlag hat eine tolle Qualität. Das Hardcover ist aufwändig verarbeitet und begeistert unter anderem mit Stanzung, Spiegelfolie und schwarzer UV-Spotlackierung auf schwarzem Grund. Der Buchblock sticht mit einen schwarzen Farbschnitt hervor. Nachdem die vorigen Bücher ebenfalls hochwertig und auffällig gestaltet waren, kann also auch Der Heimweg optisch überzeugen.

Fazit

Der Heimweg ist ein spannender, wendungsreicher und auf keiner einzigen Seite langweiliger Psycho-Thriller. Zart besaitete Leser sollten allerdings beim Lesen zumindest das Licht anlassen. Während die letzten beiden Fitzek-Bücher (Das Geschenk und Der Insasse) aber nicht so ganz mein Fall waren, konnte mich Der Heimweg nun wieder überzeugen. So darf Sebastian Fitzek gern weitermachen!

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