Sweet Tooth – Die Rückkehr

Cover von Sweet Tooth – Die Rückkehr
(Bild: Panini Verlag)

Wir erinnern uns: Am Ende von Sweet Tooth lebten die Hybriden – halb Mensch, halb Tier – nach der Seuche in einer postapokalyptischen Welt. Die letzten verbliebenen Menschen zogen sich zurück unter die Erde. Es sind nun 300 Jahre seit den damaligen Ereignissen vergangen. Der Hybride Gus – wie sein damaliger Vorgänger mit Hirschgeweih ausgestattet – lebt nicht oberhalb der Erde, sondern im unterirdischen Refugium. Er ist abgeschottet von den „normalen“ Menschen. Seine Bezugsperson ist ein religiöser Fanatiker, der sich Vater nennt und das unterirdische Reich beherrscht. Doch Gus hat wirre Träume an ein früheres Leben. Er beschließt aus der Gefangenschaft des Vaters zu entkommen, um die Wahrheit über seine Träume und seine Herkunft herauszufinden. Dabei helfen ihm unter anderem das Menschenkind Penny sowie der Elefanten-Hybrid Earl. Sie werden innerhalb der unterirdischen Gemeinschaft zu Gejagten und entdecken schließlich die erschreckende Wahrheit … 

Rückkehr in die Apokalypse

Eine Fortsetzung zu Sweet Tooth, einem DER Comic-Highlights der letzten Zeit für mich? Klar, her damit, dachte ich mir sofort als ich davon las, denn Jeff Lemire hat sich erneut hingesetzt und Sweet Tooth – Die Rückkehr geschrieben und gezeichnet. Hommage, Fortsetzung und Neuerfindung in einem, enthält der Comic alles, was man vom Original bereits kennt und liebgewonnen hat. Sei es die bedrückende Atmosphäre, Gus mit seinem Geweih, die anderen skurrilen Charaktere oder die groben und doch einprägsamen Zeichnungen – man ist sofort wieder drin in der Welt von Sweet Tooth.

Gus ist wieder da – irgendwie…
(Bild: Panini Verlag)

Ein bisschen wehmütig blicke ich dennoch auf die Ursprungsserie zurück. Sweet Tooth – Die Rückkehr knüpft zwar an die alte Reihe an, versucht etwas eigenständiges zu erzählen, aber so wirklich will der Funke bei mir nicht zünden. Der Comic ist spannend und hat Charme und dennoch fehlt mir das, was Sweet Tooth für mich ausgemacht hat. Das Neue, das Unverbrauchte, das Innovative. Klar, es ist eine Fortsetzung und natürlich kann man das nicht erwarten. Aber auch wenn das Ende wieder besser wurde, hat mir gerade im Mittelteil der Kick gefehlt. Schade.

Fazit

Nicht falsch verstehen, Sweet Tooth – Die Rückkehr ist trotzdem lesenswert und jeder, der die Ur-Serie kennt (oder nun aufgrund der Netflix-Serie neu einsteigt), sollte sich diesen Fortsetzungs-One-Shot nicht entgehen lassen. Die vielen Querverweise auf das frühere Werk machen Spaß und sind nicht nur toller Fanservice, sondern tragen auch zur Geschichte bei. Und natürlich hat die Story auch ihre magischen Momente, die das Original so einmalig gemacht haben. Aber wie so oft – ob es wirklich eine Fortsetzung gebraucht hätte? Das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Ich danke dem Panini Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

4 × fünf =