Lucky Luke Band 101: Rantanplans Arche

Cover von „Lucky Luke Band 101: Rantanplans Arche“
(Bild: Lucky Comics 2022 / Egmont Ehapa Media GmbH)

Der Wilde Westen kann für Vierbeiner ebenso rau sein, wie für Zweibeiner. Leider will das niemand hören! Das muss der Tierschützer Ovide Byrde schmerzlich einsehen, als man versucht ihn für seine Moralpredigten aufzuhängen. Glücklicherweise ist Lucky Luke wieder einmal zur Stelle, um die Hinrichtung zu verhindern. Noch am selben Abend verschafft Rantanplan, der dümmste Hund des Westens, Byrde einen unerwarteten Geldsegen. Er beauftragt den Desperado Tacos, nun eine Crew anzuheuern, die ihm bei seiner tierischen Mission unterstützt. Doch Tacos verfolgt seine eigenen Pläne – Pläne, bei denen das Wohl der Vierbeiner nicht im Vordergrund steht …

Lucky Luke goes Veggie

Lucky Luke Band 101: Rantanplans Arche ist der neueste Streich des Duos Achdé (Zeichnungen) und Jul (Szenarist). Wie auch bei den vorigen Bänden, hat auch dieser einen Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen. Beim letzten Mal war es der grassierende Rassismus und dieses Mal geht es um den Tierschutz und die vegetarische bzw. vegane Ernährung. Warum muss ein Cowboy Fleisch essen? Wieso müssen so viele Tiere sterben? Und wie schützt man unsere tierischen Freunde am besten? Mit diesen und noch viel mehr Fragen befasst sich der aktuelle Band rund um den lonesome Cowboy.

Aber auch die Debatte um den Umgang mit den Ureinwohnern der Vereinigten Staaten wird angerissen (der indianische Slang dient nur zur Belustigung der Touristen) und auch den ein oder anderen „Corona-Spruch“ hat Übersetzer Klaus Jöken wie gewohnt gut und diskret eingebaut. Auch historische Bezüge oder Karikaturen auf bekannte Persönlichkeiten gibt es wie gewohnt. Zeichnerisch ist die Arbeit von Achdé wie üblich gut an das Werk von Lucky Luke-Erfinder Morris angelehnt.

Inhaltlich gefällt mir Lucky Luke Band 101: Rantanplans Arche allerdings von den nun vier vorliegenden Jul-Bänden am wenigsten. Der Bösewicht ist blass, Rantanplan eigentlich austauschbar und die Handlung an sich dümpelt vor allem in der ersten Hälfte des Bandes vor sich hin. Zum Ende hin zieht die Spannung allerdings noch ein wenig an und liefert dann eine Szene, die sich doch einbrennen wird und bei der man sich wohl für immer an die Geschichte um Rantanplans Arche erinnern wird. Denn das, was da am Ende passiert, hat man so in einem Lucky Luke-Comic auch noch nicht erlebt.

Fazit

Wie gesagt, Lucky Luke Band 101: Rantanplans Arche ist von den Jul-Bänden der schwächste, bleibt dennoch aber aufgrund der Szene am Ende sowie der einiger doch sehr lustiger Stellen in Erinnerung. Und das ist schon mehr, als es bei vielen anderen Bänden der späten Morris- und frühen Achdé-Ära (unfassbar übrigens, dass der Mann auch schon wieder fast 20 Jahre am lonesome Cowboy arbeitet!) der Fall war.

Ich danke dem Egmont Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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