
(Bild: Carlsen Comics)
Mit El Diablo präsentieren Lewis Trondheim und Alexis Nesme ein neues Abenteuer des Marsupilamis, das sich deutlich von den bisherigen Geschichten abhebt. Statt humorvoller Eskapaden erwartet die Leser und Leserinnen eine ernste, teils düstere Erzählung, die sich mit Themen wie Gier, Freundschaft und kulturellen Konflikten auseinandersetzt.
Ein düsteres Kapitel im Dschungel
Die Geschichte, die sich kein geringerer als Lewis Trondheim ausgedacht hat, beginnt auf der spanischen Galeone des Kapitäns Santoro, dessen Vorräte zur Neige gehen. In ihrer Verzweiflung ziehen die Matrosen Lose unter den Schiffsjungen – der Verlierer soll gegessen werden. Der junge José entkommt diesem Schicksal knapp, als das Schiff Land erreicht. Im Dschungel begegnet die Mannschaft einem unbekannten Tier – dem Marsupilami. Als José versucht, das verletzte Wesen zu retten, stürzen beide ins Wasser und werden von den indigenen Chahutas aufgenommen. Zwischen José und dem Marsupilami entsteht eine besondere Verbindung, die jedoch durch die Gier des Kapitäns nach dem vermeintlichen Gold der Chahutas bedroht wird.
„El Diablo“ erzählt eine in sich geschlossene Geschichte, die sich deutlich ernster gibt als frühere Marsupilami-Abenteuer, obwohl eine feine Prise Humor natürlich nicht fehlen darf. Die Handlung behandelt Themen wie Kannibalismus, kulturelle Missverständnisse und die Zerstörung durch Gier. Dabei bleibt die Geschichte spannend und emotional, ohne zu überfordern. Alexis Nesmes Illustrationen sind unglaublich detailreich und atmosphärisch – wunderschön anzusehen. Die Farbgebung unterstreicht die düstere Stimmung der Geschichte. Die Darstellung des Dschungels und der Charaktere ist lebendig und unterstützt die Erzählung wirkungsvoll. Kleines Easter Egg: Aufmerksame Leser werden feststellen, wie denn das fiktive Land Palumbien zu seinem Namen kam.
Fazit
El Diablo ist ein mutiger Schritt in eine neue Richtung für das Marsupilami, ähnlich wie bereits beim großartigen „Die Bestie“. Die Geschichte ist tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Obwohl sie sich von den klassischen Spirou-Abenteuern unterscheidet, bietet sie eine bereichernde Lektüre für alle, die bereit sind, sich auf neue, nicht ausgetretene Pfade mit dem gelben Fabeltier einzulassen.