
(Bild: Carlsen Comics)
Mit Band 20 kehrt Der kleine Spirou zurück – und liefert einmal mehr genau das, was Fans sich wünschen: Freche Gags, ehrliche Kindersicht und ein liebevoller Blick auf die kleinen (und großen) Fragen des Alltags. Dass das alles auch nach zwanzig Bänden nicht altbacken wirkt, liegt an der zeitlosen Mischung aus Schalk, Charme und einem feinen Gespür für Zwischenmenschliches.
Alltag, Schule, Peinlichkeiten
Die klassische Struktur der Reihe bleibt erhalten: Einseitige Episoden, pointiert, flott und randvoll mit kleinen Gemeinheiten, schrägen Lehrern, verständnislosen Eltern und jeder Menge kindlicher, teils auch frivoler Neugier auf die Welt der Erwachsenen. Doch Band 20 bringt noch mehr: Zwei längere Geschichten durchbrechen das Gag-Raster und sorgen für kleine erzählerische Highlights.
In der ersten taucht ein neuer Mitschüler auf, der zum Ende hin frappierend an einen gewissen Tim mit seinem Hund Struppi erinnert – inklusive der ikonieschen Frisur. Ein liebevoll-ironischer Gruß an das frankobelgische Comic-Meisterwerk. In der zweiten Geschichte steht Spirous Opa im Mittelpunkt. Bei einem Besuch bei einem alten Bekannten wird nicht nur gestänkert, sondern geschwelgt. Die beiden Alten erzählen sich Anekdoten aus früheren Tagen – warmherzig, etwas wehmütig, aber nie kitschig. Und die für die Reihe typischen Gags kommen dennoch nicht zu kurz.
Zeichner Janry bleibt sich treu: ausdrucksstarke Figuren, perfektes Timing, saubere Linienführung und ein feines Gespür für Mimik und Emotion. Die Mischung aus Quatsch und Gefühl funktioniert dabei fast mühelos – eine Fähigkeit, die in dieser Konsequenz nicht viele Comicserien so lange durchhalten.
Fazit
Der kleine Spirou 20: Es gibt kein »Aber«! ist ein neuer starker Band der beliebten Reihe, der nicht nur die bekannten Qualitäten liefert, sondern mit zwei längeren Geschichten für angenehme Abwechslung sorgt. Ob liebevolle Hergé-Hommage oder rührende Großvaterszene – dieser Band zeigt, dass Der kleine Spirou weit mehr ist als nur ein Gag-Generator. Er ist ein kleiner Spiegel der Kindheit – frech, nachdenklich, ehrlich. Und immer wieder überraschend.
Kleine Bitte an den Verlag: Bringt bitte endlich eine Gesamtausgabe zum kleinen Spirou heraus!