
(Bild: © Egmont Ehapa Media / Disney)
Mit Lustiges Taschenbuch 605 legt Egmont kurz vor dem Jahreswechsel einen Band vor, der thematisch auf einen aktuellen Trend setzt: Darts. Bullseye für Donald klingt nach einem klar umrissenen Aufhänger – und genau das ist Fluch und Segen dieses Lustigen Taschenbuchs zugleich.
Idee gut, Umsetzung erwartbar
Im Mittelpunkt steht Donald Duck, der sich in die Darts-Szene von Entenhausen stürzt und – wenig überraschend – mehr Ehrgeiz als Talent mitbringt. Die Geschichte funktioniert nach dem bekannten Muster: Donald will zu viel, greift (gedanklich oder praktisch) nach Abkürzungen, scheitert und landet am Ende wieder auf dem Boden der Tatsachen. Das ist handwerklich sauber, aber eben auch sehr vertraut. Die Darts-Thematik wird eher als Gag-Kulisse genutzt, ohne erzählerisch wirklich neue Akzente zu setzen.
Wie üblich versammelt auch LTB 605 eine bunte Mischung aus mehreren Kurzgeschichten. Die Qualität schwankt dabei spürbar. Einige Episoden liefern klassischen Entenhausen-Humor, der routiniert, aber uninspiriert wirkt. Nebenfiguren wie Dussel oder Primus dürfen auftreten, bleiben jedoch meist auf ihre bekannten Rollen reduziert. Phantomias ist ebenfalls vertreten und sorgt für etwas mehr Tempo, bleibt inhaltlich aber ebenfalls im sicheren Serien-Fahrwasser. Insgesamt entsteht so ein Band, der nie wirklich schlecht, aber auch selten überraschend ist.
Optisch bewegt sich das LTB auf dem gewohnten Niveau: solide Zeichnungen, klare Panels, keine Experimente. Wer das klassische LTB-Erscheinungsbild mag, wird hier nicht enttäuscht – wer auf stilistische Abwechslung oder mutigere Bildsprache hofft, ebenfalls nicht fündig.
Fazit
Lustiges Taschenbuch 605: Bullseye für Donald ist ein typischer LTB-Band, der genau das liefert, was man erwartet: kurzweilige Comics, bekannte Figuren, bekannte Mechaniken. Die Darts-Idee sorgt für einen aktuellen Aufhänger, trägt aber nicht weit genug, um den Band aus der Masse hervorzuheben. Für regelmäßige LTB-Leser und Leserinnen absolut okay, für Gelegenheitsleser jedoch kein zwingender Einstiegspunkt. Ein Band, der nicht daneben geht – aber auch nicht ins Schwarze trifft.