
(Bild: Panini Verlag)
Ein neues Kapitel aus der legendären Batman-Welt von Tim Burton! Batman ’89: Echos setzt die Ästhetik der Filme konsequent in Comicform um. Joe Quinones’ Artwork überzeugt mit klaren Linien, Schatten und stimmungsvollen Neonakzenten, während Leonardo Itos Kolorierung das düstere Gotham perfekt unterstützt. Besonders die Szenen mit Angstgift sind visuell sehr intensiv und erzeugen eine bedrohliche, fast klaustrophobische Atmosphäre.
Gothic-Atmosphäre trifft Gotham-Chaos
Die Story von Sam Hamm spielt mit der Idee, dass Batman plötzlich verschwindet und Bürger in Batman-Kostümen versuchen, die Stadt zu schützen. Das Konzept ist interessant, wirft jedoch strukturelle Herausforderungen auf: Rückblenden und einzelne Motivationen wirken manchmal nachträglich eingefügt, wodurch der Lesefluss gebremst wird.
Die Schurken bleiben ein zentraler Fokus: Die Machtspiele zwischen Scarecrow und Harley Quinn im Arkham Asylum bringen Spannung und Tiefe, und einzelne Nebenfiguren erhalten dadurch mehr Profil. Das Finale bietet zudem emotionale Momente, etwa in Gesprächen zwischen Bruce Wayne und Selina Kyle, auch wenn manche Kritiker die Story als überfrachtet empfinden.
Ein Punkt, der Leser beachten sollten: Batman selbst ist in den ersten Heften vergleichsweise wenig präsent. Wer klassische Kämpfe des Dunklen Ritters erwartet, könnte enttäuscht werden. Zudem kam es bei der Veröffentlichung zu Verzögerungen, was das Leseerlebnis für einige Fans beeinträchtigte.
Fazit
Batman ’89: Echos überzeugt vor allem visuell und durch seine atmosphärische Umsetzung des Burton-Universums. Das Storytelling ist ambitioniert, aber nicht durchgehend klar strukturiert. Für Fans des Retro-Gothic-Stils und psychologisch geprägter Schurken ist der Band empfehlenswert; wer primär Batman in Aktion sehen möchte, sollte die Erwartung entsprechend anpassen.