
(Bild: Carlsen Comics)
Mit dem Sonderband 27 setzt die Reihe Clever & Smart ihren eingeschlagenen Kurs konsequent fort. Freiflug für Seuchenvögel bietet genau das, was man von einem Comic mit den beiden Chaos-Agenten erwartet: überdrehte Einsätze, absurde Missverständnisse und eine Handlung, die weniger auf Logik als auf Eskalation setzt. Für langjährige Fans ist das vertrautes Terrain – für Neueinsteiger allerdings auch eine gewisse Hürde.
Altbewährter Irrsinn mit begrenztem Überraschungspotenzial
Inhaltlich bleibt der Band der klassischen Clever & Smart-Formel treu. Clever und Smart stolpern von einer Mission in die nächste, richten dabei zuverlässig mehr Schaden an als sie verhindern und bringen ihren Vorgesetzten Mister L wie gewohnt an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Der titelgebende „Freiflug“ ist dabei weniger wörtlich zu nehmen als sinnbildlich für das erzählerische Chaos, das sich durch den gesamten Band zieht. Handlung und Ziel sind oft zweitrangig, entscheidend ist der Weg dorthin – und der besteht aus Slapstick, Wortspielen und bewusst überzogener Absurdität. Dieses Mal ist ein potentieller Selbstmord-Attentäter aufzuhalten, der sich jedoch genauso selbst im Weg steht wie die beiden Chaos-Agenten.
Zeichnerisch bewegt sich der Sonderband auf dem bekannten Niveau von Francisco Ibáñez. Der Stil ist klar, funktional und ganz auf die Gags ausgerichtet. Panels sind dicht gefüllt, das Erzähltempo hoch, Pausen oder ruhigere Momente gibt es kaum. Das unterstützt den Humor, kann auf längere Strecke aber auch ermüden, da visuelle Abwechslung oder überraschende Inszenierungen weitgehend ausbleiben.
Humoristisch liefert Freiflug für Seuchenvögel solide Kost, ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Viele Gags funktionieren nach bekannten Mustern, manches wirkt vorhersehbar, anderes zündet durch sein Timing oder die bewusste Übertreibung. Wer den Humor der Serie schätzt, wird sich hier gut aufgehoben fühlen; wer auf inhaltliche Entwicklung oder neue erzählerische Impulse hofft, wird eher enttäuscht sein.
Fazit
Unterm Strich ist Clever & Smart Sonderband 27 ein typischer Vertreter seiner Reihe: laut, chaotisch und konsequent albern. Der Band erfindet das Konzept nicht neu, erfüllt aber zuverlässig die Erwartungen der Zielgruppe. Für Fans der beiden Tollpatsche ein weiterer Baustein in der Sammlung, für Gelegenheitsleser eher ein optionaler Ausflug in den bekannten Wahnsinn.