
(Bild: Panini Verlag)
2015 war einer dieser seltenen Nerd-Momente, in denen wirklich alle gleichzeitig nach vorne schauen. Star Wars kehrt zurück – diesmal unter Disney und mit J. J. Abrams als Regisseur, der die Mammutaufgabe hatte, gleichzeitig Fortsetzung, Verbeugung und Neustart zu liefern. Das Erwachen der Macht wurde genau das. Und Band 7 der Star Wars Movie Collection transportiert diesen Spagat nun in Comicform.
Neue Charaktere treffen auf alte Bekannte
Die Galaxis ist erneut im Umbruch. Aus den Überresten des Imperiums ist die Erste Ordnung hervorgegangen, während der Widerstand versucht, dagegenzuhalten. Im Zentrum stehen neue Figuren, allen voran Rey, eine Schrottsammlerin vom Wüstenplaneten Jakku, die von einem größeren Schicksal träumt, sowie Finn, ein Sturmtruppler, der beginnt, das System zu hinterfragen und schließlich desertiert. Unterstützt werden sie von Poe Dameron, der mit viel Charisma und fliegerischem Talent die Rolle des klassischen Rebellenhelden einnimmt.
Im Verlauf der Geschichte kreuzen sich ihre Wege mit bekannten Gesichtern wie Han Solo und Prinzessin Leia, während mit Kylo Ren ein neuer Gegenspieler auftritt, der weniger durch reine Boshaftigkeit als durch inneren Konflikt definiert wird. Die Handlung selbst fühlt sich dabei bewusst vertraut an: geheime Informationen, eine übermächtige Superwaffe und ein verzweifelter Angriff, der über das Schicksal der Galaxis entscheidet.
Im Vergleich zu den Bänden der Originaltrilogie zeigt sich hier ein deutlicher Unterschied. Während Episode IV bis VI stark vom ursprünglichen Drehbuch geprägt waren und dadurch immer wieder kleine Abweichungen, alternative Szenen oder leicht veränderte Dialoge boten, orientiert sich dieser Band sehr eng an der finalen Filmfassung. Das bedeutet, dass der Comic die bekannte Geschichte nahezu eins zu eins wiedergibt und kaum zusätzliche Inhalte liefert. Gerade dadurch wirkt die Adaption deutlich „glatter“ als ihre Vorgänger. Der Leser bekommt genau das, was er aus dem Kino kennt, ohne größere Überraschungen oder Einblicke in alternative Versionen der Geschichte. Gleichzeitig sorgt diese Nähe zum Film dafür, dass die Figuren wesentlich stärker an ihre Schauspielvorbilder angelehnt sind. Rey, Finn oder Kylo Ren sind sofort wiedererkennbar, was den Zugang erleichtert, aber dem Ganzen auch ein Stück weit die Eigenständigkeit nimmt, die die älteren Comics ausgezeichnet hat.
Zeichnerisch präsentiert sich der Band moderner und dynamischer. Die Panels sind flüssig inszeniert, die Actionsequenzen wirken temporeich, und gerade die großen Szenen – etwa die Flucht von Jakku oder das Finale – funktionieren sehr gut im Comicformat. Dennoch bleibt der Eindruck, dass hier eher der Film nacherzählt wird, als dass eine eigene Interpretation entsteht.
Fazit
Star Wars Movie Collection Band 7 ist eine sehr werkgetreue Comicadaption eines Films, der selbst stark auf Nostalgie setzt. Dadurch entsteht eine interessante, aber auch etwas widersprüchliche Mischung. Einerseits funktioniert der Band hervorragend als kompakte Nacherzählung, andererseits fehlt ihm genau das, was die Adaptionen der Originaltrilogie so spannend gemacht hat – das Gefühl, eine leicht andere Version der bekannten Geschichte zu erleben.
Für Fans der Sequel-Trilogie ist das absolut solide und visuell ansprechend umgesetzt. Wer jedoch die kleinen Abweichungen und den besonderen Charme der drehbuchbasierten Comics schätzt, wird hier weniger entdecken.