
(Bild: Panini Verlag)
Manchmal fühlt sich Star Wars ein bisschen wie ein Kreis an. Figuren verschwinden, tauchen Jahre später wieder auf und bekommen plötzlich ihre große Bühne. Ahsoka Tano ist dafür das perfekte Beispiel. Von der animierten Sidekick-Schülerin aus Star Wars: The Clone Wars zur Fanlieblingsfigur – und inzwischen Mittelpunkt ihrer eigenen Serie. Der Panini-Band Star Wars: Ahsoka sammelt genau diese Phase: die Comic-Adaption der gleichnamigen Disney+-Serie und damit eine Geschichte, die sich zeitlich mitten in der „Mando-Ära“ bewegt – also genau da, wo das Universum gerade wieder richtig spannend wird.
Auf der Suche nach Thrawn
Ahsoka stößt auf Hinweise zu einer geheimnisvollen Sternenkarte, die möglicherweise zum verschollenen Großadmiral Thrawn führt – einem der gefährlichsten Strategen, den das Imperium je hervorgebracht hat. Gleichzeitig besteht Hoffnung, auch Ezra Bridger wiederzufinden, der seit Jahren als vermisst gilt. Gemeinsam mit Sabine Wren und Hera Syndulla begibt sich Ahsoka auf eine Reise, die sie weit über die bekannten Regionen der Galaxis hinausführt. Alte Konflikte brechen wieder auf, neue Bedrohungen entstehen, und irgendwo zwischen all dem steht die Frage, ob die Vergangenheit jemals wirklich abgeschlossen ist. Die Story setzt dabei stark auf das Zusammenspiel der Figuren und weniger auf klassische „Gut gegen Böse“-Strukturen – es geht viel um Vermächtnis, Verantwortung und alte Verbindungen.
Im Gegensatz zu den klassischen Movie-Collection-Bänden haben wir es hier mit einer Adaption einer Serie zu tun – und genau das merkt man auch. Der Comic basiert direkt auf der Disney+-Vorlage und erzählt deren Handlung sehr nah nach, ohne große zusätzliche Szenen oder alternative Interpretationen. Das bedeutet: Wer die Serie kennt, bekommt hier eine sehr werkgetreue Umsetzung. Überraschungen oder „versteckte“ Drehbuchvarianten, wie wir sie bei Episode IV–VI hatten, bleiben weitgehend aus. Visuell wirkt der Band modern und hochwertig. Die Figuren orientieren sich klar an ihren Live-Action-Darstellern, was den Wiedererkennungswert enorm erhöht. Gleichzeitig sorgt das aber auch dafür, dass der Comic weniger wie eine eigenständige Interpretation wirkt, sondern eher wie ein „eingefrorener Serienmoment“ auf Papier.
Durch den Umfang von rund 260 Seiten bekommt die Geschichte immerhin genug Raum, um sich zu entfalten, auch wenn man merkt, dass sie ursprünglich für ein anderes Medium konzipiert wurde. Manche Szenen wirken wie direkte Panel-Übersetzungen von Einstellungen – was gut funktioniert, aber selten überrascht.
Fazit
Star Wars: Ahsoka ist eine sehr saubere, moderne Comicadaption einer Serie, die ohnehin schon stark auf Atmosphäre, Figuren und Verbindungen setzt. Der Band punktet vor allem durch seine Nähe zur Vorlage und den hohen Wiedererkennungswert der Charaktere. Gleichzeitig fehlt ein wenig der Reiz, den die älteren Adaptionen hatten – dieses Gefühl, eine alternative Version der Geschichte zu erleben. Hier bekommt man genau das, was man kennt, nur in Comicform.
Für Fans von Ahsoka und der aktuellen Star Wars-Ära ist das absolut lesenswert und ein schöner Sammelband. Wer hingegen auf eigenständige Comicinterpretationen hofft, wird hier eher eine sehr solide, aber auch sehr direkte Umsetzung finden.