
(Bild: Panini Verlag)
Kaum ein Star Wars-Film hat die Fangemeinde so gespalten wie Die letzten Jedi. Als Rian Johnson 2017 den achten Teil der Saga inszenierte, wurden Erwartungen bewusst aufgebrochen: Helden scheitern, Legenden zweifeln an sich selbst und die Grenze zwischen Hoffnung und Niederlage verschwimmt immer stärker. Mit Band 8 der Star Wars Movie Collection erscheint diese kontrovers diskutierte Episode nun auch als Comicadaption – und gerade im gezeichneten Format wirken manche Szenen sogar überraschend anders.
Der Widerstand wankt
Nach den Ereignissen von Episode VII steht der Widerstand kurz vor dem Zusammenbruch. Die Erste Ordnung jagt die verbliebenen Rebellen quer durch die Galaxis, während Leia verzweifelt versucht, ihre letzten Kräfte zusammenzuhalten. Parallel dazu reist Rey auf den abgelegenen Planeten Ahch-To, um Luke Skywalker zu finden und von ihm in den Wegen der Macht unterrichtet zu werden. Doch statt eines heroischen Jedi-Meisters begegnet sie einem gebrochenen Mann, der den Jedi-Orden längst aufgegeben hat. Während Rey versucht, Luke zurück ins Geschehen zu holen, entwickelt sich gleichzeitig eine immer intensivere Verbindung zwischen ihr und Kylo Ren. Finn und Rose begeben sich derweil auf eine gefährliche Mission nach Canto Bight, um dem Widerstand eine Überlebenschance zu verschaffen. All diese Handlungsstränge laufen schließlich in der Schlacht um Crait zusammen, wo sich entscheidet, ob die Rebellion überhaupt noch eine Zukunft hat.
Im Gegensatz zu den klassischen Originaltrilogie-Adaptionen orientiert sich dieser Band natürlich deutlich enger an der finalen Filmfassung. Dennoch schafft es der Comic, einige Szenen kompakter und klarer wirken zu lassen als im Film selbst. Gerade die politischen und emotionalen Momente profitieren davon, dass die Handlung auf das Wesentliche reduziert wird. Die Charaktere sind optisch stark an ihre Filmvorbilder angelehnt, und auch große Szenen wie Lukes letzter Auftritt auf Crait oder die Thronsaal-Sequenz mit Rey und Kylo Ren wurden dynamisch umgesetzt. Besonders die Action wirkt im Comic angenehm übersichtlich, ohne ihre Wucht zu verlieren.
Interessant ist außerdem, dass manche Dialoge und Übergänge im Comic etwas direkter funktionieren als im Film. Dadurch liest sich die Geschichte stellenweise runder, selbst wenn die grundlegenden Entscheidungen der Story natürlich dieselben bleiben. Zeichnerisch liefert der Band eine moderne, saubere Umsetzung mit starken Farbkontrasten und gut inszenierten Lichtschwertkämpfen. Vor allem die roten Hintergründe auf Crait oder im Thronsaal sorgen dafür, dass viele Szenen visuell im Gedächtnis bleiben.
Fazit
Star Wars Movie Collection Band 8 bleibt eine werkgetreue Adaption eines Films, der bis heute kontrovers diskutiert wird. Der Comic schafft es allerdings, die Geschichte kompakter und teilweise fokussierter zu erzählen, wodurch einige Elemente sogar besser funktionieren als in der Kinofassung. Wer Die letzten Jedi mag, bekommt hier eine starke Comicumsetzung mit eindrucksvollen Bildern und viel Atmosphäre. Wer mit dem Film gehadert hat, wird vermutlich auch durch den Comic nicht komplett umgestimmt – kann aber zumindest eine etwas straffere Version der Geschichte erleben.