Spider-Man: Kravens letzte Jagd

Das Cover aus der Marvel-Comic-Sammlung: Kravens letzte Jagd
(Bild: nerdisch-by-nature.de / Hachette)

Er nennt sich „Der Jäger“: Kraven alias Sergej Kravinoff. Kraven ist müde, nachdem er im Laufe seines langen Lebens nahezu jedes gefährliche Tier mit den bloßen Händen erlegt hat, außer eines: Spider-Man, den Spinnenmann! Er beschließt, ihn ein letztes Mal zu jagen. Eines Nachts gelingt Kraven dann das Unfassbare, er fängt Spidey mit einem Netz, betäubt ihn mit einem starken Gift und bestattet ihn lebendig auf seinem Anwesen. In Folge dessen begibt sich Kraven dann in Spider-Mans Kostüm selbst auf Verbrecher-Jagd, allerdings ungleich brutaler als das Original und auch vor Mord schreckt er nicht zurück.

Als letzte Herausforderung in seinem Leben beginnt Kraven die Jagd auf den Rattenmutanten Vermin, den Spider-Man seinerzeit nur mit Mühe, Not und Captain America bezwingen konnte. Er besiegt ihn nach hartem Kampf und schleppt ihn ebenfalls in sein Landhaus. Und dann steigt plötzlich Spider-Man aus seinem Grab …

Spider-Man kann auch düster

Als ich nach meiner ersten Spider-Man-Erfahrung (s. Blogeintrag „Dein freundlicher Nachbar Spider-Man“) nach weiteren empfehlenswerten Geschichten mit den Spinnen-Mann gesucht habe, wurde mir unbedingt Kravens letzte Jagd empfohlen. Sie gilt als eine der größten Spider-Man-Stories aller Zeiten und womit? Mit Recht! So düster wie hier kenne ich es sonst nur von Batman. So ein bisschen merkt man der Story aus dem Jahr 1987 an, dass sie ursprünglich auch als eine Idee für den dunklen Ritter gedacht war, aber da zeitgleich „The Killing Joke“ in der Entwicklung war, lehnte DC-Comics die Idee ab. Zum Glück möchte man sagen, denn so konnte Autor J. M. DeMatteis eine der besten Spider-Man-Stories ever schreiben!

Düster, dreckig, brutal — so präsentiert sich der gesamte Comic
(Bild: nerdisch-by-nature.de / Hachette)

Die vielen inneren Monologe der Protagonisten machen den Comic zu etwas besonderem. Die Zeichnungen sind zwar noch recht klassisch, aber durchaus ansehnlich. Die ganze Zeit schlechtes Wetter, Spider-Mans schwarzes Kostüm, ein lebendig begrabener Held, Blut spritzt und dann das heftige Ende von Kraven — vieles was ich in einem Spider-Man-Comic nicht erwartet hätte. Auch dass der Comic, wie oft sonst eigentlich üblich bei Superhelden, nicht ewig aufgeblasen und ausgeweitet wurde, sondern sich kurz und knackig auf sechs Hefte (also ein Paperback) beschränkt, finde ich super!

Fazit

Ich bin wirklich angetan von dieser Graphic-Novel, bietet sie mir doch einen Spider-Man, der über den jugendlichen Typen mit den flapsigen Sprüchen hinausgeht. Mir wurde auch die Saga von Autor J. Michael Straczynski empfohlen, die wohl auch recht düster sein soll. Die schaue ich mir auch mal an. Und für alle, die nun auch neugierig geworden sind: Erschienen ist Kravens letzte Jagd unter anderem in der Marvel-Comic-Sammlung oder der Marvel-Exklusiv-Reihe.

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