Joker — Killer Smile

Man sieht sofort, dass das kein Zuckerschlecken wird: Das Cover von Joker — Killer Smile
(Bild: Panini Verlag)

Dr. Ben Arnell, seines Zeichens Psychologe im Arkham Asylum, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Joker zu therapieren bzw. ihn durch Gesprächstherapie zu heilen. Was schon bei einer gewissen Dr. Harleen Quinzel eher suboptimal verlaufen ist — sie sollte am Ende zu Harley Quinn und der Geliebten des Jokers werden — läuft auch hier aus dem Ruder. Schon nach wenigen Sitzungen verfällt Dr. Arnell dem Wahnsinn des Killerclowns. Auch in sein Privatleben schleicht sich immer mehr die Grausamkeit des Jokers ein. Und als auch noch Batman ins Spiel kommt, weiß zu guter Letzt weder Arnell, noch Bruce Wayne oder der Leser selbst, was denn nun der Realität entspricht oder was dem Wahnsinn entsprungen ist…

Psycho-Thriller in Gotham

Mit Joker — Killer Smile ist ein weiterer Titel aus dem DC Black Label bei Panini erschienen, der sich gewaschen hat. Jeff Lemire erzählt hier einen wahnwitzigen Psycho-Thriller. In der ersten Hälfte beschränkt er sich auf das Privatleben des Doktors sowie die Interaktion zwischen ihm und dem Joker, Batman ist nur ganz kurz zu sehen. Mit jeder Seite und jeder Szene bekommt man hautnah mit, wie sich der Wahnsinn des Clowns immer weiter in das Innere von Dr. Arnell frisst. Das ist manchmal, sowohl in Wörtern als auch in Bildern, ganz schön harter Tobak. Zum Ende hin nimmt es dann richtig an Fahrt auf und nimmt den Leser mit auf eine Achterbahnfahrt des Wahnsinns mit irren Wendungen und Verwirrspielen. Keine Ahnung, was Jeff Lemire sich beim Schreiben reingezogen hat, aber es muss verdammt guter Stoff gewesen sein 😀

Andrea Sorrentino bebildert diese Graphic Novel übrigens in wirklich schönen und passenden Bildern, teilweise sogar in unterschiedlichen Zeichenstilen. Sogar Bilderbuchillustrationen sind dabei, wobei die Abenteuer des Mr. Grins natürlich nicht wirklich für Kinderaugen geeignet sind. Das Zusammenspiel zwischen Story und Zeichnungen ist jedenfalls erstklassig. Die Farbenvielfalt von Koloristin Jordie Bellaire schwankt zwischen dunkel/düster und quietschigbunt, je nach dem, was in der jeweilige Szene gerade passiert.

Pennywise, bist Du es? Oder doch eher der Joker?
(Bild: Panini Verlag)

Joker — Killer Smile erscheint als schönes 126-seitiges Hardcover-Album … und ist RIESIG. Ich habe tatsächlich Probleme, es adäquat im Regal unterzubringen, aber das Großformat wird der Geschichte nur gerecht. Das Cover verrät nicht zuviel und verspricht dann doch den tatsächlich wahnsinnigen Inhalt.

Fazit

Man kann Joker — Killer Smile als Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse genießen, aber auch Altleser sollten sich diesen sehr intensiven Comic nicht entgehen lassen. Er spielt natürlich außerhalb des üblichen Batman-Kosmos, ist also eine Elseworld-Geschichte, aber das schadet keinesfalls. Er wirkt noch lange nach und wieder einmal zeigt sich, dass die besten DC-Geschichten derzeit im eigenständigen Black Label zu finden sind. Mehr davon!

Ich danke dem Panini Verlag für die Bereitstellung eines Rezensions-Exemplares!

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